Arbeitsrecht

Die Abfindungszahlung bei ruhenden Arbeitsverhältnissen

Die Langzeiterkrankung eines Arbeitnehmers ist für Sie als Unternehmer eine kostspielige und oft frustrierende Angelegenheit. Nach der gesetzlichen Wartezeit von zwei Jahren (104 Wochen) endet Ihre Lohnfortzahlungspflicht. In der Vergangenheit entschieden sich viele Arbeitgeber anschließend dafür, den Vertrag nicht offiziell zu kündigen. Das Arbeitsverhältnis wurde 'ruhend' gehalten (slapend dienstverband), rein um die Zahlung einer hohen gesetzlichen Abfindung (transitievergoeding) zu vermeiden. Obwohl dies buchhalterisch vielleicht attraktiv erschien, hat das niederländische Arbeitsrecht dem inzwischen ein definitives und scharfes Ende bereitet.

Das Xella-Urteil: Die Pflicht zur Beendigung

Der Umschwung kam mit dem berühmten Xella-Urteil. Der Hohe Rat (Hoge Raad) hat hierin unmissverständlich entschieden, dass die Aufrechterhaltung eines ruhenden Arbeitsverhältnisses gegen das Prinzip der 'guten Arbeitgeberschaft' (goed werkgeverschap) verstößt. Wenn ein langzeiterkrankter Arbeitnehmer selbst vorschlägt, den Arbeitsvertrag im beiderseitigen Einvernehmen zu beenden, sind Sie als Arbeitgeber grundsätzlich verpflichtet, dem zuzustimmen.

Dies bedeutet, dass Sie verpflichtet sind, dem Arbeitnehmer eine Entschädigung zu zahlen, die der gesetzlichen Abfindung entspricht. Diese Entschädigung wird bis zu dem Zeitpunkt berechnet, an dem die Lohnfortzahlungspflicht von 104 Wochen endete. Sie können sich dieser Pflicht nur entziehen, wenn Sie schwerwiegende, legitime Gründe haben, den Arbeitnehmer weiter zu beschäftigen, beispielsweise weil es reelle Wiedereingliederungsmöglichkeiten gibt, oder wenn eine Zahlung zum direkten Konkurs Ihres Unternehmens führen würde.

"Ein ruhendes Arbeitsverhältnis aufrechtzuerhalten, um die Abfindungszahlung zu umgehen, ist juristisch unhaltbar und schafft unnötige, schlummernde Risiken in Ihrer Bilanz."

Die UWV-Kompensationsregelung: Ihr finanzielles Auffangnetz

Glücklicherweise ist der Gesetzgeber Ihnen als Unternehmer teilweise entgegengekommen. Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Kompensation der Abfindungszahlung (Wet compensatie transitievergoeding) können Sie die an den langzeiterkrankten Arbeitnehmer gezahlte Entschädigung bei der niederländischen Ausführungsbehörde für Arbeitnehmerversicherungen (UWV) zurückfordern. Dadurch ist die bewusste Aufrechterhaltung eines ruhenden Arbeitsverhältnisses nicht nur juristisch abzuraten, sondern auch finanziell völlig unnötig geworden.

Es birgt jedoch ein erheblicliches Risiko bei dieser Regelung. Das UWV stellt nämlich sehr strenge formelle und administrative Anforderungen an die Dokumentation, bevor eine Auszahlung erfolgt. Die Akte muss perfekt in Ordnung sein.

Strategische Fallstricke für den Arbeitgeber

Wo es in der Praxis oft schiefgeht, ist die Überzeugung, dass das UWV den Antrag kulant behandelt. Das Gegenteil ist der Fall. Achten Sie als Geschäftsführung genau auf folgende Punkte:

Strategische Beratung für die Geschäftsführung

Lassen Sie ruhende Arbeitsverhältnisse kein schlummerndes Risiko mehr innerhalb Ihrer Organisation darstellen. Es ist an der Zeit, diese Akten proaktiv und strategisch abzuwickeln. Handeln Sie dabei nicht übereilt, sondern sorgen Sie für ein wasserdichtes juristisches Fundament.

Ich begleite Unternehmer bei der Ausarbeitung des perfekten Aufhebungsvertrags für Langzeiterkrankte und stelle sicher, dass die zugrunde liegenden Dokumente nahtlos an die strengen Anforderungen des UWV anschließen. So verabschieden wir uns mit Respekt vom Arbeitnehmer, schützen aber gleichzeitig Ihr Unternehmenskapital und Ihre Liquidität.

mr. M.A. Krieger

mr. M.A. (Michel) Krieger

Rechtsanwalt und Prozessstratege bei DHKV Advocaten. Spezialist für Arbeitsrecht und Gesellschaftsrecht für ambitionierte Unternehmer.

Setzen Sie unnötigen Risiken in Ihrer Bilanz ein Ende.

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